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Buchkritik -- Guillaume Musso -- Die fremde Frau

Umschlagfoto, Buchkritik, Guillaume Musso, Die fremde Frau, InKulturA Oriana Di Pietro, eine renommierte Journalistin und Erbin eines der größten Vermögen Italiens, wird an Bord ihrer führerlos treibenden Yacht vor der Küste von Cannes aufgefunden. Brutal angegriffen, zeigt die Frau nur noch schwache Lebenszeichen. Eilig ins Krankenhaus gebracht, stirbt sie zehn Tage später, nachdem sie die ganze Zeit über im Koma gelegen hatte.

Trotz enormen öffentlichen Drucks sind die Ermittlungen nach einem vollen Jahr völlig ins Stocken geraten. Das Team der Kriminalpolizei, dem auch Hauptkommissarin Justine Taillandier angehört, hat es nicht vermocht, die Schuld des einzigen Verdächtigen zu beweisen: des Ehemanns des Opfers, des berühmten Musikers Adrien Delaunay.

Jeder der vier Erzähler, Oriana und Adele (Adriens Geliebte) in der Vergangenheit sowie der Ehemann des Opfers und Justine in der Gegenwart, präsentiert seine ganz eigene Perspektive. Obwohl sie exakt dieselben Ereignisse durchlebten, unterscheiden sich ihre Versionen des Geschehens erheblich. Die Informationen, die der Autor nach und nach preisgab, veränderten mit jeder Wendung sowohl die Richtung als auch die Sichtweise der Geschichte. Er schickt die Leser auf eine regelrechte Jagd nach der Antwort auf die Frage, was Wahrheit ist

Die Auflösung überrascht dann auch auf tragische Weise, weil sie doch die einzig vernünftige und logische ist und eine eindringliche Erinnerung hinterlässt, wie verheerend die Last innerer Schuld die menschliche Psyche beeinflussen kann.

„Die fremde Frau‟ verwebt Presseberichte, Vernehmungsprotokolle und chronologische Updates zu den Ermittlungen miteinander, alles durchsetzt mit Rückblenden aus dem Leben der Oriana Di Pietro. Auch der Nebenstrang, der das Privatleben der Polizeibeamten beleuchtet, war von beträchtlicher Tiefe; er veranschaulichte, wie das Gewicht von Entscheidungen, seien es die eigenen oder jene ihrer Angehörigen, direkte Auswirkungen auf ihre beruflichen Erfolge und Misserfolge haben konnte.

Ein kleines Manko bleibt allerdings: So gekonnt Guillaume Musso seine Geschichte komponiert hat, so unglaubwürdig, weil zuckersüß, ist das Ende des Romans. Hier wäre ein anderer Schluss der Qualität des Thrillers angemessen gewesen.




Meine Bewertung:Bewertung

Veröffentlicht am 5: Juni 2026